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Donnerstag, den 29. Juni 2017

Wann Zahnzusatzversichern? ⟫ Wann macht versichern Sinn?


ZuzahlungSicherheit und Vorsorge für ein strahlendes Lächeln – was auf den ersten Blick aus einem bunten Werbeflyer stammen könnte, hat einen ernsten Hintergrund. Einerseits ist die Zahnästhetik in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden, auf der anderen Seite hat die Medizin mittlerweile erkannt, dass verschiedene Zahnerkrankungen erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Entzündungen des Zahnfleischs lösen zum Beispiel Symptome aus, die man im ersten Moment nicht mit Zahnproblemen in Verbindung bringt.

Zahnbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Das Problem: Gerade wenn es um die Zahngesundheit geht, weisen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung teils deutliche Lücken auf. Den Zuschüssen der Krankenkassen liegt eine zweckmäßige und notwendige Behandlung zugrunde. Es geht also nicht darum, den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erreichen, sondern nur das Minimalziel.

Im Fall der professionellen Zahnreinigung, beim Thema Kieferorthopädie oder wenn es um den Zahnersatz geht, bekommen Sie als Kassenpatient diese Beschränkung zu spüren – in Form hoher Zuzahlungen. Besonders teuer wird es dann, wenn Sie über die medizinische Notwendigkeit hinausgehen, sich also für eine höherwertige Versorgung entscheiden.

Höheres Leistungsniveau dank Zusatztarif


In diesem Fall drohen Kosten, die schnell vierstellige Eurobeträge erreichen. Hier heißt es entweder sparen – oder eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Letztere sichert das Kostenrisiko teurer Zahnbehandlungen ab. Sie als Versicherungsnehmer können sich beispielsweise einen hohen Kostenanteil für den Zahnersatz erstatten lassen. Es sinkt aber nicht nur das finanzielle Risiko, auch die Leistungsdichte steigt, wenn zum Beispiel die professionelle Zahnreinigung oder der höherwertige Zahnersatz übernommen werden.

Die Herausforderung: Ihr Beitrag richtet sich nach mehreren Faktoren – wie dem Eintrittsalter und der Zahngesundheit. Es stellt sich die Frage, wann der optimale Zeitpunkt für eine Unterschrift unter den Zahnzusatztarif gekommen ist?

Je früher, desto besser?

Grundsätzlich wird immer wieder dazu geraten, die Zahnzusatzversicherung so früh wie möglich abzuschließen. Auf den ersten Blick macht dieser Hinweis durchaus Sinn. So liegt beispielsweise für einen 1990 geborenen Versicherten, der sich bei der ERGO direkt für eine 75-prozentige Erstattung (und 60 Euro für Prophylaxe-Maßnahmen; ZAHN-ERHALT (ZBB)) entscheidet, die monatliche Beitragslast bei 13,80 Euro*.

Die gleichen Leistungen muss ein 1975 geborener Versicherungsnehmer bereits mit 19,80 Euro finanzieren. Haben Sie das Licht der Welt bereits 1950 erblickt, wird es noch teurer. Hier sind laut Beitragsrechner der ERGO direkt bereits 31,80 Euro fällig. Damit liegen die jährlichen Beitragsbelastungen pro Jahr bei

165,60 Euro,
237,60 Euro bzw.
381,60 Euro.

* Alle Angaben laut Beitragsrechner der ERGO direkt ZAHN-ERHALT (ZBB; 75 Prozent Erstattung Zahnersatz, 60 Euro Prophylaxe sowie 100 Prozent Erstattung On- und Inlays; Stand: Juli 2015).

Fazit: Je eher Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen, umso niedriger der Beitrag. Bedenken Sie an dieser Stelle aber auch, dass gerade junge Erwachsene eher in Ausnahmefällen auf einen teuren Zahnersatz angewiesen sind. Solange weder Brücke noch Implantat gebraucht werden, ist die Zahnzusatzversicherung ein „teurer“ Spaß.

Angesichts der berechneten Differenz ist es im Alter zwischen 20 bis 30 Jahren eine Ermessensfrage, ob man zur hochwertigen Zusatzvorsorge greift. Da die Prämien im höheren Alter deutlich ansteigen, sollte spätestens in der mittleren Lebensphase über die Zusatzvorsorge nachgedacht werden.

Tipp: Kein Gebiss gleicht dem anderen. Ist klar, dass aufgrund der familiären Geschichte bereits früh mit Problemen zu rechnen ist, kann sich der zeitige Abschluss einer Zahnzusatzversicherung rechnen – es zählen für die Entscheidung letztlich auch sehr individuelle Faktoren.

Zahnzusatzversicherungen für Kinder – Ja oder nein?

KinderEltern wollen für ihren Nachwuchs nur das Beste. Natürlich schließt dieses Credo auch die Zahngesundheit ein. Die gesetzliche Krankenversicherung misst der Kindergesundheit zwar auch beim Zahnarzt eine besondere Bedeutung bei – etwa wenn es um die Behebung von Zahnfehlstellungen geht - allerdings gelten auch hier diverse Einschränkungen. So werden nur Behandlungen übernommen, die den Kieferorthopädischen Indikationsgruppen 3 – 5 entsprechen. Obwohl bereits in der Kieferorthopädischen Indikationsgruppe 2 eine medizinische Notwendigkeit zur Behandlung anerkannt wird, erfolgt keine Kostenübernahme seitens der GKV.

Letzten Endes müssen Eltern in die eigene Tasche greifen. Aber auch wenn eine Behandlung auf Kosten der Kasse erfolgt, muss ein Eigenanteil aufgebracht werden. Die Kassen übernehmen nach § 29 Abs. 2 SGB V in einem ersten Schritt 80 Prozent der Kosten, bei zwei oder mehr Kindern in Behandlung steigt die Übernahme auf 90 Prozent. Den Rest können Eltern nur zurückfordern, wenn die Behandlung erfolgreich war. Unter dem Strich drohen Familien so erhebliche Kosten aus kieferorthopädischen Behandlungen. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder, die hier entweder unbegrenzt leistet oder hohe Kostenanteile aus der Kieferorthopädie übernimmt, kann das finanzielle Risiko erheblich mindern. Allerdings sollte die Leistung von Zuschüssen der GKV unabhängig sein.

Im Hinblick auf den Abschluss der Tarife für Ihren Nachwuchs dürfen Sie sich ruhig etwas Zeit lassen. In den meisten Fällen werden auch bei Heranwachsenden kieferorthopädische Maßnahmen erst nach Abschluss des Zahnwechsels vorgenommen. Am Milchgebiss sind Behandlungen im Bereich der KFO eher selten.

Wichtig: Die Kieferorthopädie ist im Fall der Zahnzusatzversicherung für Kinder eines der wesentlichen Leistungselemente. Der Zahnersatz spielt dagegen – vor dem Hintergrund des Zahnwechsels – im ersten Lebensviertel eine untergeordnete Rolle. Als Eltern sollten Sie diesen Aspekt bei der Auswahl des Zahntarifs berücksichtigen.

Zahnschutz für Bestager – Die Gretchenfrage

Regelmäßig werden älteren Menschen Zahnzusatztarife angeboten. Angesichts der Tatsache, dass die Prämiengestaltung vom Eintrittsalter und der Zahngesundheit abhängt, eigentlich ein Widerspruch. Schließlich sind die Tarife – auch wenn sie für Bestager sinnvoll sind - für diese Personengruppe doch am teuersten.

Ältere Versicherungsnehmer müssen aus diesem Grund mit einer gewissen Sorgfalt nach passenden Zusatztarifen suchen und stoßen hier mitunter auf mehrere Probleme. Einerseits schränken einige Unternehmen den Zugang zu ihren Tarifen durch ein Höchsteintrittsalter ein. Auf der anderen Seite bieten reine „Senioren“-Tarife nicht immer den gewünschten Schutz, es handelt sich nicht selten um abgespeckte Varianten der Standardtarife. Da Ersatz für bereits vorhandenen Zahnersatz im höheren Alter wichtig ist und die Zahngesundheit mehr Aufmerksamkeit verdient, bieten diese Spezialtarife nicht unbedingt die beste Vorsorge – deren Leistungen sind mit wenigen Prozent Erstattung einfach zu niedrig. Es zahlt sich daher aus, nach Standardtarifen ohne entsprechende Alterseinschränkungen zu suchen.

Wichtig: Im höheren Alter fehlen in der Regel Zähne oder Sie verfügen bereits über Zahnersatz. Achten Sie für die Auswahl der Zahnzusatzversicherung unbedingt auf die Gesundheitsfragen. Nicht ersetzte Zähne können (durch Risikozuschläge) zu höheren Prämien oder gar zur Nichtversicherbarkeit führen.

Generell sollten auch ältere Interessenten über den Eintritt in eine Zahnzusatzversicherung nachdenken, solange die Zahngesundheit noch nicht zur großen Hürde geworden ist. Um gar nicht erst in die Verlegenheit einer langwierigen und schwierigen Suche zu kommen, ist ein früher Abschluss der Zusatzvorsorge (im 2. oder 3. Lebensviertel) ratsam.


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