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Brücke

Ein bedeutendes Aufgabengebiet der Zahnmedizin ist der Lückenschluss mithilfe von Zahnersatz. Neben der Verwendung eines Implantates kommt im zahnärztlichen Leistungsbereich des Zahnersatzes die Brücke als Versorgung in Frage. In der Zahnmedizin gehören Brücken zu den häufig verwendeten Zahnersatzmaßnahmen, da sie für viele Befunde der Regelversorgung entsprechen.

Die Brücke verfolgt zwei wesentliche Ziele: Einerseits soll mit deren Hilfe die Kaufunktion wiedergestellt werden. Auf der anderen Seite nimmt die Zahnbrücke eine Stützfunktion wahr, da die Extraktion eines Zahns Auswirkungen auf das gesamte Gebiss und die benachbarten Zähne hat, da es zu Veränderungen in den wirkenden Spannungen und Kräften kommt, was zu Verschiebungen der noch vorhandenen Zähne führen kann.

Welche Brücken gibt es?

Je nach Ausführung spricht man von ein- bzw. mehrgliedrigen Brücken. Letztere kommt zur Anwendung, wenn eine Lücke von mehreren benachbarten Zähnen geschlossen werden muss. Das Grundprinzip der Zahnbrücke ist aber immer ähnlich: An den die Lücke begrenzenden Zähnen wird die Konstruktion verankert und mit den Brückengliedern die eigentliche Zahnlücke geschlossen. Der Nachteil dieser Form des Zahnersatzes ist die Tatsache, dass zwei gesunde Zähne für die Aufnahme der Verankerung beschliffen werden müssen.

Hinweis: Neben einer Verankerung der Zahnbrücke an benachbarten Zähnen kann der Lückenschluss auch schwebend erfolgen. Dieser Begriff wird benutzt, wenn nur eine Seite der Zahnlücke durch einen Pfeilerzahn begrenzt wird.

Werden die Endglieder der Brücke mit diesen Pfeilerzähnen fest verbunden, spricht man von einer Klebe- oder Adhesivbrücke. Hierbei verwendet der Zahnarzt für das Einsetzen der Zahnbrücke in der Regel einen Kunststoff als Befestigungsmaterial. Ein großer Minuspunkt festsitzender Brücken ist die Tatsache, dass der beschliffene Zahn in der Folge absterben kann. Parallel wird durch die Verwendung einer Brücke der Abbau des Kieferknochens nicht verhindert. Neben der festsitzenden Option in Form der Marylandbrücke kann eine Zahnbrücke auch als herausnehmbarer Zahnersatz angefertigt werden. Diese Variante kommt in Frage, wenn Teleskopkronen für den Zahnersatz zum Einsatz kommen.

Individuelle Zahnbrücke

Bezüglich der Fertigung wird für die Brücke zuerst der individuelle Zahnstatus des Patienten aufgenommen. Hierzu fertigt der Zahnarzt eine Abformung an, anhand der das Zahnlabor die eigentliche Brückenkonstruktion anfertigt. Anschließend kann der Grundkörper aus Gold- bzw. NEM-Legierungen (NEM = Nichtedelmetalllegierung) gefertigt werden. Zum Schluss erfolgt die Anfertigung der Keramikverblendungen (mittlerweile können aus Zirkoniumoxid keramische Vollbrücken mit entsprechender Stabilität gefertigt werden). Beim Einsetzen der fertigen Brücke prüft und korrigiert der Zahnarzt deren Sitz, da Druckstellen o.ä. im weiteren Verlauf zu ernsthaften Problemen führen können.
Wichtig: Zahnbrücken sind Zahnersatz mit begrenzter Haltbarkeit. Selbst unter günstigen Rahmenbedingungen erstreckt sich deren Lebensdauer auf circa 15 bis 20 Jahre. Besteht sehr früh die Notwendigkeit zum Zahnersatz, ist dieser Fakt unbedingt in der Entscheidung zu berücksichtigen.

Vorteile der Zahnbrücke:

  • kein operativer Eingriff notwendig
  • Standardbehandlung
  • kostengünstig (im Vergleich zum Implantat)
  • hohe funktionelle Erfolgsaussichten
Nachteile der Zahnbrücke:
  • Verlust von Zahnsubstanz
  • Gefahr einer Devitalisierung gesunder Zähne
  • Kariesrisiko in Randbereichen der Zahnbrücke
  • begrenzte Lebensdauer der Brücke 

Als Zahnersatz fällt die Zahnbrücke unter die Abrechnungsregeln zum befundbezogenen Festkostenzuschuss. Je nach Anzahl der Brückenglieder, verwendetem Material und Ausführung kostet die Brücke unter Umständen einen vierstelligen Eurobetrag. Die Zahnzusatzversicherung erstattet in der Regel Kosten in Höhe der versicherten Anteile.

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Bonusheft

Das Bonusheft wird von Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung benutzt und dokumentiert den Vorsorgestatus des Inhabers. Dieser Vorsorgestatus hat unter anderem große Bedeutung für die Höhe der Kassenzuschüsse bei Zahnersatzleistungen. Der Aufbau des Bonusheft ist relativ einfach: Auf der Vorderseite werden die persönlichen Daten des Patienten eingetragen.

Die folgenden Seiten enthalten Vordrucke für

  • Datum,
  • Individualprophylaxe/zahnärztliche Untersuchung und
  • weitere Informationen.
Insgesamt deckt ein Bonusheft bis zu 24 Untersuchungen/Prophylaxemaßnahmen ab. Für Kinder und Heranwachsende sind Maßnahmen zur Vorsorge im Bonusheft einmal je Kalenderhalbjahr zu empfehlen, bei Erwachsenen (ab dem Erreichen des 18. Lebensjahres) reicht eine Prophylaxe je Kalenderjahr aus.

Wird das Bonusheft regelmäßig geführt, kann bei Behandlungen aufgrund von Zahnersatz ein erhöhter Kostenzuschuss durch die Krankenkasse in Anspruch genommen werden. Für den lückenlosen Nachweis der Vorsorge in den zurückliegenden fünf Jahren (dokumentiert durch das Bonusheft) sieht § 55 SGB V einen erhöhten Zuschuss von 20 Prozent vor.

Sind über zehn Jahre alle Prophylaxemaßnahmen dokumentiert, steigt der Bonus auf 30 Prozent.

Hinweis: Da für den Zuschussbonus vom befundbezogenen Festzuschuss ausgegangen wird, steigt der Bonus nur auf 60 Prozent bzw. erreicht maximal 65 Prozent. Für den Fall, dass das Bonusheft verloren geht, können Betroffene in ein neues Heft die besuchten Vorsorgetermine nachtragen lassen. Die Aufbewahrungspflicht für medizinische Unterlagen liegt in Deutschland bei zehn Jahren.
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Bleaching

Der Begriff Bleaching fasst verschiedene Methoden zusammen, die eine Aufhellung der Zähne erreichen sollen. In erster Linie aus kosmetischen Gründen in Anspruch genommen, handelt es sich bei der Zahnaufhellung bzw. dem Bleaching um keine durch die gesetzliche Krankenversicherung gedeckte Leistung.

Wesentlicher Grund, warum Verbraucher zum Bleaching greifen, ist die natürliche bzw. unnatürliche Verfärbung der Zähne. Ausgelöst wird diese durch verschiedene Stoffe, die in Speisen und Getränken – wie Rotwein, Kaffee oder Tee – enthalten sind. Daneben können verschiedene Arzneimittel oder Tabakrauch zu Verfärbungen führen.

Ebenfalls bekannt sind Farbveränderungen an Zähnen, welche der behandelnde Zahnarzt einer Wurzelbehandlung hat unterziehen müssen. Hier kommt es zu einer Devitalisierung der Zähne, was letztlich auch Auswirkungen auf Zahnschmelz und das Dentin hat. Abseits dieser ästhetischen Komponente existiert keine funktionsverbessernde Relevanz für die Zahnaufhellung, sie dient letztlich immer nur einer Veränderung der Ästhetik. Daher besteht eine medizinische Indikation nur, wenn starke Verfärbungen Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen haben.

Wichtig: Im Rahmen eines Bleachings kommen häufig Präparate mit Wasserstoffperoxid zum Einsatz. Ab Konzentrationen von mehr als 0,1 Prozent dürfen diese nur noch durch Zahnärzte verwendet werden.

Methoden und Ablauf beim Bleaching

Die Zahnaufhellung basiert heute im Wesentlichen auf einer Verwendung bestimmter Präparate, welche über chemische Reaktionen eine Veränderung der Zahnfarbe erreichen. Gängige Praxis ist der Einsatz von Wasserstoffperoxid, das sowohl in Zahnarztpraxen als auch beim Home Bleaching benutzt werden kann (in unterschiedlichen Konzentrationen).

Vor jedem Bleaching sollte der Zahnstatus durch einen Zahnarzt überprüft werden. Hintergrund: Gegen eine Zahnaufhellung können Schädigungen des Zahnfleischs oder der Zahnhartsubstanz sprechen. Darüber hinaus wird angeraten, dem Bleaching eine Zahnreinigung vorausgehen zu lassen. Letztlich besteht andernfalls die Gefahr eines Fehlurteils hinsichtlich der Zahnfarbe.

In-Office-Bleaching/Power Bleaching: Aufgrund der Tatsache, dass wasserstoffperoxidhaltige Bleichmittel in der Zahnaufhellung nur vom Zahnarzt verwendet werden dürfen, findet das Bleaching heute häufig in Praxisräumen statt. Als In-Office-Bleaching bezeichnet, deckt der Behandler zuerst das Zahnfleisch (als Schutz gegen das Bleichmittel) mittels Kofferdamm oder Gingival Protector ab. Im Anschluss wird das Bleichmittel auf die Zähne aufgebracht und wirkt über einen Zeitraum von mehreren Minuten auf den Zahn ein. Entsprechend dem Ergebnis reicht eine Bleaching-Sitzung aus oder die Behandlung muss wiederholt werden.

Home Bleaching: Das Home Bleaching eignet sich für Verbraucher, die ihren gesamten Zahnbogen aufhellen wollen – ohne Termine in der Zahnarztpraxis wahrnehmen zu müssen. Anhand eines Modellabdrucks wird eine für den Patienten passende Bleachingschiene aus Kunststoff gefertigt, in welche später das Bleichmittel eingebracht wird.

Getragen über mehrere Stunden (aufgrund der geringeren Konzentrationen im Bleichmittel) ist es auf den ersten Blick eine bequeme Lösung. Das Problem: Es sind oft deutlich mehr Behandlungen als im Vergleich zum In-Office-Bleaching notwendig. Mittlerweile sind beim Home Bleaching Drogerieprodukte erhältlich, die auf das gleiche Prinzip setzen – allerdings ohne angepasste Zahnschiene.

Letzteres ist nur ein Nachteil. Gerade der Einsatz bleichender Substanzen kann zu Irritationen an Zahnfleisch und Zähnen führen. Wer das Bleaching zum ersten Mal benutzt, sollte daher durchaus auf den Rat seines Zahnarztes vertrauen.

Internes Bleaching/ Walking-Bleach-Technik: Hierbei handelt es sich um eine spezielle Technik, die für avitale Zähne gedacht ist (Zähne nach einer Wurzelbehandlung). Letztere unterscheiden sich in ihrer Verfärbung von vitalen Zähnen, was viele Betroffene als äußerst störend empfinden.

Beim internen Bleaching wird die vorhandene Füllung entfernt und das Bleichmittel in den Wurzelkanal appliziert. Hier verbleibt es über einen Zeitraum von einer halben Woche bis einer Woche und wird für diese Zeit mithilfe einer provisorischen Füllung abgedeckt. Nach einigen Tagen schreitet die Oxidation der Farbstoffe durch den Zahn fort, welcher so allmählich heller wird. Nach Abschluss der Behandlung stellt der Zahnarzt wieder eine dauerhafte Füllung her.

Verbindungen im Bleichmittel

Heute gängige Praxis im Bereich des Bleachings ist die Verwendung von Wasserstoffperoxid (H2O2). Im Rahmen des Home Bleaching kommt mit dem Carbamidperoxid eine weitere Verbindung zum Einsatz. Letzteres spaltet Wasserstoffperoxid ab. Für interne Zahnaufhellungen kann der Zahnarzt zum Natriumborat-Tetrahydrat greifen.

Wichtig: Das Bleaching ist nicht nur in den meisten Fällen keine Kassenleistung. Verbraucher müssen sich hier bewusst sein, dass Nebenwirkungen wie Irritationen – aber auch Verminderungen in der Oberflächenhärte des Zahns sowie negative Einflüsse auf die Bruchstabilität eine Folge des Bleachings sein können.

Im Zusammenhang mit der Zahnzusatzversicherung gehört das Bleaching allgemein nicht zu den versicherten Leistungen, da es hier in vielen Fällen an der medizinischen Notwendigkeit mangelt. Nur wenige Versicherer bieten Tarife an, in denen die Zahnaufhellung versichert werden kann – und dann oft nur im Rahmen einer Summenbegrenzung.

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Besondere Versicherungsbedingungen

Der Begriff der „Besonderen Versicherungsbedingungen“ stammt aus dem Versicherungswesen, der Bezug auf die Regelwerke nimmt, denen das Vertragsverhältnis zwischen Versicherung und Verbraucher zugrunde liegt.

Grundsätzlich werden die allgemeinen Rahmenbedingungen durch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen, kurz AVB, definiert, welche sich auf ein breites Spektrum verschiedener Versicherungstarife innerhalb einer Schadensart anwenden lassen – wie für die Haftpflicht- oder Krankenversicherung. Damit haben die AVB den Charakter der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die konkrete Ausgestaltung von

  • Geltungsbereich/versicherter Sache,
  • Leistungsansprüchen,
  • Obliegenheit des Versicherten und
  • Leistungsausschlüssen
übernehmen für einzelne Bereiche der Schadensklassen die Besonderen Versicherungsbedingungen.
Beispiel: Innerhalb der Zahnzusatzversicherung kann ein Versicherungsunternehmen für bestimmte Personengruppen
  • spezielle Beitragsbemessungsregeln
  • Wartezeitverkürzungen oder
  • Versicherungsfähigkeitsvoraussetzungen
festlegen.

Wichtig: Die Besonderen Bedingungen sind in ihrem Umfang nicht festgelegt. Eine Abgrenzung zu den AVB erfolgt in aller Regel dadurch, dass sie in ihrem Inhalt individuelle Ansprüche der Beteiligten widerspiegeln.

Da die BVB den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vorgehen, können die BVB in deren Rahmen eingreifen – etwa im Zusammenhang mit einer Erweiterung des Versicherungsschutzes oder der Aufweichung von Leistungsausschluss-Kriterien.

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Berufsgruppenrabatt

Der Berufsgruppenrabatt wird bei unterschiedlichen Versicherungsarten für bestimmte Berufe gewährt und beinhaltet einen verringerten Versicherungsbeitrag für die jeweilige Person. Welche Berufe einen Rabatt erhalten, liegt immer in der Entscheidungsgewalt der jeweiligen Versicherung. Die Versicherung kann von dem Versicherten einen Nachweis vom Arbeitgeber verlangen, der den betreffenden Beruf bestätigt. Wichtig ist, dass man bei einem eventuellen Berufswechsel, dies der Versicherung zeitnah mitteilt. Ansonsten liegt eine Verletzung des Versicherungsvertrags vor, die unweigerlich zu Vertragsstrafen führt.

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BEMA

Die Bezeichnung BEMA steht für Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen und stellt die Basis für Abrechnung zahnmedizinischer Leistungen im Rahmen der vorgesehenen Versorgung von Kassenpatienten dar. Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung können beim Zahnarzt für jeden Befund eine vorab festgelegte Regelversorgung in Anspruch nehmen, die als Kassenleistung abgerechnet wird. Die Höhe der Abrechnung richtet sich nach dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen. In seiner aktuellen Fassung aus dem Jahr 2004 erfasst der Bewertungsmaßstab sämtliche zahnärztliche Leistungen, die für eine Behandlung gesetzlich Versicherter vorgesehen sind.

Konkret handelt es sich hierbei um

  • chirurgische und konservierende Leistungen,
  • Röntgenleistungen,
  • Maßnahmen bei Verletzungen am Gesichtsschädel,
  • Maßnahmen an den Kiefergelenken,
  • die Kieferorthopädie,
  • Maßnahmen bei Parodontopathien sowie
  • Zahnersatz und Zahnüberkronungen.

Weitere Kosten die vom BEMA erfasst werden

Hinzu kommt ein weiterer Bereich, der ebenfalls vom BEMA erfasst wird – die labormedizinischen Kosten inklusive der verwendeten Materialien. Vereinbart von der Bundesvereinigung der Kassenzahnärzte und dem Spitzenverband der Krankenkassen, basiert der BEMA in gewisser Weise auf ähnlichen Prinzipien wie die GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte).

Jeder im Bewertungsmaßstab enthaltenen Leistung wird eine Punktzahl zugeordnet. Diese wird anschließend mit einem vorab für den Bereich geltenden Punktwert multipliziert. Beispiel: Die einflächige Füllung (BEMA-Nr. 13a) entspricht 32 Punkten. Als Ergebnis steht ein Betrag, den der Leistungserbringer mit der Krankenkasse des Patienten abrechnen kann.

Aber: Für einzelne Behandlungsbereiche, wie

  • Kieferorthopädie,
  • Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung,
  • konservierende Maßnahmen,
  • Zahnersatz usw.
gelten jeweils eigene Punktwerte. Erschwert wird die Abrechnung zusätzlich durch die Tatsache, dass Kassenzahnarztverbände mit den einzelnen Kassen individuelle Punktwerte aushandeln. Letztere werden in regelmäßigen Abständen angepasst und veröffentlicht.
Beispiel: Für Patienten der AOK Sachsen gilt mit dem 01. Juli 2015 ein KFO-Punktwert von 0,8802. Für das Vorjahr wurde die gleiche Leistung mit 0,8490 je Punkt abgerechnet.

Aus Sicht des Patienten hat diese Praxis keine Auswirkung, da Kasse und Zahnarzt direkt miteinander abrechnen. Allerdings sind die Unterschiede hinter den Kulissen mitunter erheblich. Während die einflächige Füllung mit 32 Punkten die AOK rund 31 Euro kostet, überweisen die Unfallkassen dem Zahnarzt fast 36,50 Euro (Stand: Juli 2015).

Patienten bekommen die Auswirkungen des Bewertungsmaßstabs zahnärztlicher Leistungen im Alltag kaum zu spüren. Anders die Situation, wenn sich Verbraucher für die Zahnzusatzversicherung entscheiden. Leistungen, die Zahnärzte auf Basis einer Versorgung als Privatpatient erbringen, werden über die GOZ abgerechnet.

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Belag

Belag oder Zahnbelag (siehe Plaque) besteht aus Eiweißen und Kohlenhydraten sowie Phosphatverbindungen, die von den Mikroorganismen der Mundflora besiedelt werden. Typischerweise tritt Belag an Stellen auf, welche der natürlichen Zahnreinigung nur eingeschränkt zugänglich sind. Verhärtet der Belag, spricht man in der Zahnmedizin auch von Zahnstein. Durch die Mikroorganismen entstehen Erkrankungen wie Karies oder Zahnfleischentzündungen.

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Beitragszeiten

Unter der Bezeichnung Beitragszeiten versteht man die Zeitspannen, in denen eine versicherte Person ihre Pflichtbeiträge oder auch die freiwilligen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet hat. Die Beitragszeiten fließen in die Berechnung der Rentenhöhe ein. Als Beitragszeiten werden unter anderen auch die Beiträge gezählt, die Personen bis 1945 nach dem damaligen Reichsrecht gezahlt haben oder Abgaben zur Sozialversicherung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

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Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung ist ein Steuerungselement im Bereich privat abgeschlossener Krankenversicherungstarife, welches den Versicherten zu einem verstärkten Kostenbewusstsein anhalten soll. Kerngedanke ist eine teilweise Rückzahlung der Prämie für ein Versicherungsjahr, wenn durch den Versicherungsnehmer bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

In aller Regel ist der Anspruch auf die Beitragsrückerstattung mit der Leistungsfreiheit gekoppelt. Sprich: Ein Versicherter darf innerhalb eines Versicherungsjahres gegenüber der Gesellschaft keinen Anspruch geltend gemacht haben.

Tipp: Viele Versicherer gehen im Hinblick auf die Rückerstattung weiter. Versicherte erhalten eine teilweise Prämienrückerstattung – trotz Leistungsübernahme durch den Versicherer – wenn die beanspruchten Leistungen eine vorgesehene Höhe nicht überschreiten.

Neben der Voraussetzung Leistungsfreiheit ist für die Beitragsrückerstattung weiterhin entscheidend, ob und in welcher Form die Erstattung vertraglich vereinbart wird. Möglich ist eine Ausgestaltung als garantierte (erfolgsunabhängige) Beitragsrückerstattung oder eine Variante, die wesentlich vom wirtschaftlichen Ergebnis abhängt.

Im Rahmen der Zusatzversicherungen – etwa einer Zahnzusatzversicherung – gilt allgemein keine Beitragsrückerstattung. Letztere ist den Krankenvollversicherungen vorbehalten. Versicherungsnehmer können bei einigen Gesellschaften aber eine andere Form der Prämienrabattierung in Anspruch nehmen. Für verschiedene Tarife wird hier mit einem am Schadenfreiheitsrabatt der Kfz-Versicherung ausgerichteten System gearbeitet. Nimmt der Versicherte keine Leistungen aus seiner Zahnzusatzversicherung in Anspruch, sinkt für das kommende Jahr die Versicherungsprämie um einen festgeschriebenen Prozentsatz – zum Beispiel fünf Prozent.

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Beitragserhöhung

Im Versicherungswesen wird von der Beitragsanpassung bzw. einer Beitragserhöhung gesprochen, wenn die Einstiegsprämie seitens der Versicherungsgesellschaft verändert wird. Dabei kann der Beitrag für einen Tarif in der Zahnzusatzversicherung angehoben werden oder sinken. In der Regel wird die Beitragserhöhung notwendig, wenn sich die Rahmenbedingungen für den Versicherungstarif verändern.

Die private Zahnzusatzversicherung basiert auf anderen Finanzierungsgrundlagen als die gesetzliche Krankenvollversicherung, private Versicherer arbeiten allgemein nach dem Prinzip der Kapitaldeckung. Für die Beitragsberechnung sind verschiedene individuelle Rahmenbedingungen  – wie das Alter relevant. Diese Einstiegsprämie ist allerdings keine unbefristet konstante Größe.

Beitragserhöhung wegen hoher Leistungsausgaben

Seitens der Gesellschaften werden bestimmte Randfaktoren für die Beitragsberechnung herangezogen, welche Prämieneinnahmen, Leistungsausgaben, Rückstellungen usw. berücksichtigen. Anhand dieser Angaben wird die Erstkalkulation für einen Tarif vorgenommen. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften – wie dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) – sind die Gesellschaften verpflichtet, die Berechnungen der Prämien (etwa bei nach Art der Lebensversicherung kalkulierten Versicherungen) einmal pro Kalenderjahr zu prüfen.

Dabei werden die kalkulierten und tatsächlichen Leistungsausgaben verglichen. Ergibt die Überprüfung eine nicht nur vorübergehende Abweichung von mehr als zehn Prozent, muss die Versicherungsgesellschaft den Beitrag – nach Zustimmung eines Treuhänders – anpassen. Grundlage dieser Form der Beitragsanpassung ist §12b VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz).

Die Beitragserhöhung kann aber auch vor Erreichen der 10-Prozent-Marke vorgenommen werden – wenn die Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Gesellschaft einen geringeren Unterschiedsbetrag vorsehen. Einige Versicherer staffeln in diesem Zusammenhang die Anpassungsoptionen. Es wird beispielsweise mit Klauseln gearbeitet, die ab fünf Prozent Differenz dem Versicherer ein Wahlrecht anerkennen.

Beitragserhöhung wegen Gefahrerhöhung

Eine Beitragserhöhung kann im Versicherungswesen – und damit im Rahmen einer Zahnzusatzversicherung – auch abseits der jährlichen Überprüfung zustande kommen. Nach Abgabe der Vertragserklärung darf ein Versicherungsnehmer keine gefahrerhöhenden Umstände vornehmen – sofern der Versicherer hierfür nicht grünes Licht gegeben hat.

Wer gegen diesen Grundsatz des Versicherungsvertragsgesetzes verstößt, muss mit der Kündigung rechnen. Alternativ ist die Gesellschaft an dieser Stelle berechtigt, eine Anpassung der Prämie vorzunehmen.

In beiden Fällen muss der Versicherungsnehmer die Anpassung seiner Prämie nicht ohne weiteres hinnehmen. Der Gesetzgeber hat Verbrauchern für diesen Fall erweiterte Kündigungsrechte eingeräumt. Für den Fall einer Beitragsanpassung wegen hoher Leistungsausgaben beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate ab Erhalt der Mitteilung zur Erhöhung. Handelt es sich stattdessen um eine Beitragserhöhung auf Basis der Gefahrerhöhung, verkürzt sich die Kündigungsfrist um einen Monat.

Wichtig: Der Beitragserhöhung wegen hoher Leistungsausgaben ist eine Leistungsverminderung gleichgestellt, was etwa auf eine Erhöhung vereinbarter Selbstbehalte zutrifft.