Kategorien-Archiv D

VonRedaktion

Direktversicherung

Der Begriff der Direktversicherung ist im Versicherungswesen mit mehreren Bedeutungen belegt. Einerseits taucht er im Zusammenhang mit den Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge auf. Auf der anderen Seite werden Gesellschaften, die ihr Vertriebsgeschäft ausschließlich im Rahmen von Fernabsatzverträgen abwickeln, als Direktversicherung bezeichnet.

Dabei kommen Verträge im Wesentlichen über das Internet oder per Telefon zustande. Für den Versicherungsnehmer ergibt sich daraus oft ein finanzieller Vorteil. Direktversicherer müssen im Vergleich zu Gesellschaften mit Geschäftsstellenvertrieb/Außendienstmitarbeitern einen geringeren Verwaltungsaufwand finanzieren. Hieraus kann sich für die Versicherten ein günstiger Beitragssatz ergeben.

Nachteile von Direktversicherungen

Nachteilig kann sich für den Schadensfall allerdings die Tatsache auswirken, dass der Versicherer nur per

1. E-Mail,
2. Fax,
3. Online-Kontaktformular oder
4. Telefon

erreichbar ist. Des Weiteren entfallen bei einer Direktversicherung in aller Regel Beratungsleistungen, die Antragsteller im Vorfeld in Anspruch nehmen können. Dieser imVersicherungsvertragsgesetz unter § 6 VVG verankerte Anspruch entfällt aufgrund der Tatsache, dass es sich an dieser Stelle um ein Geschäft im Fernabsatz handelt. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Nach § 6 Abs. 6 VVG entfällt nicht nur die Beratungspflicht der Direktversicherung, sondern auch deren Dokumentationspflicht, was die Verbraucherrechte im Zusammenhang mit Schadenersatzforderungen einschränkt.

Im Rahmen einer Direktversicherung muss der Versicherungsnehmer hinsichtlich der Auswahl des Versicherungsschutzes deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Dies gilt auch für Tarife der Zahnzusatzversicherung, die im Bereich der Direktversicherung abgeschlossen werden.

VonRedaktion

Diagnostische Leistungen

Zu den diagnostischen Leistungen gehören alle Maßnahmen, die ein Arzt ergreift, um bei einem bestimmten Patienten Krankheitszeichen zu erkennen, zu deuten und auf deren Ursache zu schließen. Allgemein ist die Diagnostik Grundvoraussetzung, um eine zum Beschwerdebild passende Behandlung einzuleiten.
Aufgrund dieser Bedeutung gehören diagnostische Leistungen zum wesentlichen Aufgabenspektrum jedes Arztes – egal welcher Fachrichtung. Allerdings können sich die Herangehensweise und die Ausübung der Diagnostik im Einzelnen sehr stark unterschieden. Diese Tatsache ist nicht nur den verschiedenen Kompetenzen der Fachärzte geschuldet, sondern auch den zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren.

Gerade im Zusammenhang mit der fachärztlichen Tätigkeit steht den einzelnen Medizinern eine unterschiedliche Palette an Instrumenten – wie Ultraschall- oder Röntgengeräte – zur Verfügung. Diese apparativen Verfahren koexistieren mit Maßnahmen wie der Anamnese und körperlichen Untersuchung. Diagnostische Leistungen umfassen aber auch laborchemische Verfahren. Hierbei wird beispielsweise die Keimbelastung von Schleimhautschädigungen o.ä. untersucht. Im Bereich der Zahnheilkunde umfasst die Diagnostik neben der eingehenden Untersuchung des Mundraumes auch die Anfertigung von Röntgenbildern, um beispielsweise:

  • in der Tiefe sitzende Entzündungsherde zu lokalisieren,
  • Zahnfehlstellungen zu erkennen oder
  • Behandlungen retinierter Weisheitszähne zu planen.
In den zahnärztlichen Abrechnungsvorschriften (BEMA und GOZ) sind diagnostische Leistungen meist in den allgemeinen Behandlungsbereichen (konservierend-chirurgische Leistungen; Röntgenleistungen) zu finden.
VonRedaktion

Dentin

Dentin ist eine Substanz, die am Aufbau der Zähne von Wirbeltieren beteiligt ist. Lateinisch als Substantia eburnea bezeichnet, füllt das Dentin den Zahn unterhalb des Zahnschmelzes aus. Phosphat und Kalzium bilden zwar den Hauptbestandteil des Dentins, zu einem Fünftel ist an dessen Aufbau aber auch organische Masse beteiligt.

Betrachtet man die Anatomie des Zahns, bildet das Dentin den Übergang vom Zahnschmelz/Wurzelzement zum Zahnmark bzw. das umgebende Pulpencavum. Gebildet wird Dentin durch sogenannte Odontoblasten, welche am Übergang zwischen der Pulpa und dem Dentinkörper lokalisiert sind. Letztere bilden verschiedene Dentintypen. Im Zuge des Zahndurchbruchs entsteht das Primärdentin. Nach Abschluss dieser Phase entsteht über die gesamte Lebensdauer des Zahns bzw. der Odontoblasten Sekundärdentin. Eine dritte Form entsteht nur dort, wo ein äußerer Reiz auf den Zahn wirkt. Reiz-/Tertiärdentin entsteht als Schutz gegen die Reizwirkung auf die Pulpa.

Obwohl im Aufbau eine Ähnlichkeit mit dem Knochen besteht, ist Dentin – anders als Zahnschmelz – keine undurchdringliche Barriere. Das Material wird von Kanälen durchzogen, die Fortsätze der Odontoblasten und von Nervenzellen enthalten. Aufgrund dieser Tatsache können freiliegende Dentinareale Schmerzempfindungen auslösen – etwa im Zusammenhang einer Karieserkrankung oder wenn Zahnhälse durch Erkrankungen wie eine Gingivitis freigelegt werden.

VonRedaktion

Dentallegierung

Dentallegierung ist eine Sammelbezeichnung für alle Legierungen, die in der Zahnmedizin für die Anfertigung von Zahnkrone, Zahnprothese oder Implantat verwendet werden. Gänge Dentallegierung sind Amalgam – also Legierungen des Quecksilbers – oder die Verwendung von Zahngold, bei dem es sich ebenfalls um eine Legierung handelt.

Abriebfestigkeit und Bioverträglichkeit wichtig

Hohe Aufmerksamkeit bei der Auswahl passender Legierungsbestandteile liegt auf den Aspekten Abriebfestigkeit und Bioverträglichkeit. Eine Dentallegierung sollte kaum in Wechselwirkung mit dem umgebenden Gewebe – also der Zahnhartsubstanz, dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut treten. Der geringe Abrieb stellt auf der anderen Seite eine hohe Lebensdauer sicher und verhindert, dass Legierungsbestandteile in schädigender Menge in den Stoffwechsel gelangen.

Unterschieden werden bei den Dentallegierungen in erster Linie die sogenannten Nichtedelmetall-Legierungen (NEM) und Edelmetall-Legierungen. Letztere werden aus Gold, PGE-Metallen (Platingruppenelemente) sowie Silber gefertigt. Zusätzliche Beimischungen wie Zink oder Kupfer sollen die Haltbarkeit der Dentallegierung erhöhen oder deren Eigenschaften für verschiedene Anwendungen verbessern.

NEM-Legierungen bestehen heute oft aus Kobalt, Chrom oder Nickel. Des Weiteren ist Titan aufgrund seiner Bioverträglichkeit ein Metall, das immer wieder in der Zahnmedizin auftaucht. Die wahrscheinlich bekannteste Dentallegierung ist aber Amalgam, welches in der Füllungstherapie – zumindest bei der Versorgung im nicht sichtbaren Bereich – nach wie vor zur Regelversorgung gehört.

Die Versorgung von Zahnerkrankungen mit Dentallegierungen hängt bei Kassenpatienten nicht zwingend vom Material ab, sondern den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses für die befundbezogenen Behandlungsmaßnahmen. Gerade Inlay oder Implantat werden selten übernommen. Entsprechende Zahnzusatzversicherungstarife fangen an dieser Stelle das finanzielle Risiko auf.

VonRedaktion

Dauerauftrag

Zu den Pflichten des Versicherungsnehmers in der Zahnzusatzversicherung gehört die Beitragszahlung. Letztere ist wiederkehrend jeden Monat zu einem bestimmten Termin – oft vorschüssig zum 1. Tag eines Monats zu erledigen.

Mit einem Dauerauftrag erteilt der Versicherte seiner Bank die Anweisung, immer zum vorgesehenen Datum einen stets gleich hohen Betrag an den ebenfalls Empfänger – in diesem Fall die Versicherung – zu überweisen.

Grundsätzlich wird der Dauerauftrag durch das BGB (Bürgerliche Gesetzbuch) gedeckt und fällt hier unter den sogenannten Zahlungsdiensterahmenvertrag nach § 675f Abs. 2 BGB. Aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um eine Geschäftsanweisung mit wiederkehrendem Charakter handelt, spricht man auch von revolvierenden Zahlungsvorgängen.

In der Praxis hat sich der Dauerauftrag zum Bezahlen von Miete oder Energiekosten eingebürgert, da er für den Verbraucher regelmäßig anfallende Zahlungsvorgänge automatisiert. In aller Regel jederzeit kündbar, lassen sich die Rahmenbedingungen für den Dauerauftrag durch den Zahlungspflichtigen ändern.

Im Versicherungswesen – und damit auch für die Zahnzusatzversicherung – hat sich in der Vergangenheit das Einzugsermächtigungsverfahren für die Beitragserhebung durchgesetzt. Das SEPA-Lastschriftmandat wird seitens der Versicherungen heute oft mit dem Antrag auf Abschluss der Zahnzusatzversicherung eingeholt.