Kategorien-Archiv F

VonRedaktion

Fissur

In der Medizin wird der Begriff Fissur in verschiedenen Fachgebieten verwendet. Die Deutung ist allerdings ähnlich, es handelt sich um Einkerbungen oder Einschnitte. Beispielsweise kann eine Weichteilfissur in Form einer Rhagade entstehen. Im Bereich der Zahnmedizin zielt die Bezeichnung auf jene Spalten und Furchen ab, die sich auf den Kaufflächen im Seitenzahnbereich (den Backzähnen) entwickeln.

Damit stellt die Fissur quasi das Gegenstück zu den Zahnhöckern dar, die sich ebenfalls im Seitenzahnbereich entwickeln. Diese Dentalmorphologie ist Ausdruck der Entwicklungsgeschichte des Zahns. Dessen Mineralisationskeime sind in den Höckerspitzen lokalisiert. Von hier ausgehend beginnt das Zahnwachstum bereits vor dem Durchbruch. Zahnsubstanz lagert sich in alle Richtungen an. An Nahtstellen, wo zwei Mineralisationskeime aneinanderstoßen, bilden sich die Fissuren, da die Wachstumsränder sich in Richtung des Druckschattens entwickeln.

Probleme mit Fissuren

Problematisch sind die Fissuren in erster Linie aufgrund des ungünstigen Tiefe-Breite-Verhältnisses. Oft nur wenige Mikrometer breit, reichen sie teil tief in den Zahn. Kommt es zur Besiedlung der Fissur, reichen die Maßnahmen der täglichen Zahnpflege und Prophylaxe selten bis in die Tiefe der Fissur. Fissurenkaries ist ein Ergebnis dieser Entwicklung. Letztere ist aus zahnärztlicher Sicht eine Herausforderung, da die Diagnose durch das schwer zugängliche (auch mit bildgebenden Verfahren) Problemareal behindert wird.

Um die Besiedlung der Fissuren zu verhindern, setzt die Zahnmedizin heute unter anderem auf die sogenannte Fissurenversiegelung. Dabei werden die Spalten unter anderem mit Kompositmaterial ausgefüllt, um das Eindringen von Mikroorganismen zu verhindern. Die Behandlung der Fissurenkaries gehört zu den konservierenden und chirurgischen Leistungen (KCH). Die Versiegelung der Fissuren gehört als Bestandteil der Individualprophylaxe (Geb.-Nr. IP5; 16 Punkte) zu den Leistungen der GKV, kann nur im Bereich der Molaren an kariesfreien Zähnen vorgenommen werden und als solche über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden.

Für die Prämolaren sind Behandlungskosten aus eigenen Mitteln zu decken. Verschiedene Versicherer bieten im Rahmen von Zahnzusatzversicherungstarifen eine entsprechende Kostenerstattung.

Wichtig: Hier ist mit Anwendung einer Jahressummengrenzen zu rechnen.
VonRedaktion

Festkostenzuschuss

Als Festkostenzuschuss wird die Leistungspraxis der gesetzlichen Krankenversicherung im Zusammenhang mit Leistungen zum Zahnersatz bezeichnet. Kern dieses Festzuschusssystems ist die Zuordnung einer vorgeschriebenen Behandlung zur beim Patienten vorgefundenen Befundsituation. Auf diese Weise ist 2005 eine Praxis entstanden, die für eine spezifische Behandlung genaue Kostenanteile vorsieht, an denen sich später die Zuschussleistung der Krankenkasse orientiert.

Beispiel: Der Zahnarzt findet im Zuge der Diagnosestellung einen nicht erhaltungswürdigen Seitenzahn vor. In den Richtlinien zum Festzuschuss ist unter anderem festgehalten, welche zahnärztlichen Leistungen hierfür vorgesehen sind. Dazu gehören beispielsweise

  • Planungsmodelle,
  • Brückenanker,
  • Provisorium oder
  • Abformungen.

Zuschüsse zur Zahnbehandlung abhängig von Richtlinien

Parallel hierzu geben die Richtlinien Auskunft zu den labormedizinischen Leistungen sowie den Höhen der einzelnen Festzuschüsse. Für das Beispiel liegt der Zuschuss bei knapp 320 Euro. Damit werden etwa 50 Prozent – also die Hälfte – der Zahnarztkosten durch den Festkostenzuschuss abgedeckt.

Aber: Der Gesetzgeber würdigt an dieser Stelle Maßnahmen zur Vorsorge in besonderer Weise. Nach § 55 SGB V erhöht sich der Festkostenzuschuss um 20 Prozent (bezogen auf den Zuschuss der Regelversorgung), wenn der Patient in den zurückliegenden fünf Jahren regelmäßig Vorsorge betrieben hat. Hierzu zählen die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen. Eine zusätzliche Erhöhung des Zuschusses sieht SGB V für den Fall vor, dass die lückenlose Prophylaxe über einen Zeitraum von zehn Jahren nachgewiesen werden kann.

Bis zu 65 Prozent Zuschuss möglich

Insgesamt ist im Rahmen des Festkostenzuschusses damit eine Leistung von 65 Prozent der Regelversorgung möglich. Über diese Zuschussregelung hinaus erkennt der Gesetzgeber unter gewissen Rahmenbedingungen eine Anhebung der Leistungen auf den doppelten Festkostenzuschuss an. Sofern sich durch die Aufwendungen für den Zahnersatz bei Patienten eine unzumutbare Belastung ergibt, entsteht ein Anspruch auf die Aufstockung der Zuschussleistung. Maßgeblich sind hier die Bruttoeinnahmen. § 55 Abs. 2 legt als Grenze der Zumutbarkeit Einkünfte von mehr als 40 Prozent der geltenden Bezugsgröße fest. Aber auch hier gilt die Devise, dass anders- oder höherwertige Leistungen des Behandlers vom Patienten aus eigener Tasche zu finanzieren sind.

Hinsichtlich der Zahnzusatzversicherung genießt der Festkostenzuschuss eine erhebliche Bedeutung. Diese Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung kombinieren die Versicherer in der Regel zum im Versicherungsvertrag angegeben Höchstsatz der Erstattung.

Beispiel: Eine Zahnzusatzversicherung ersetzt die Kosten für Zahnersatz bei Inanspruchnahme der Regelversorgung bis zu einer Erstattungsgrenze von 100 Prozent. Der Versicherer mindert im Zusammenhang der Kostenerstattung die eigene Leistung um die Vorleistung der GKV, trägt also zwischen 35 Prozent bis 50 Prozent der Regelversorgung. Entfällt der Festkostenzuschuss – sprich die Vorleistung der GKV – ziehen die Versicherer oft einen fiktiven Kassenzuschuss ab.
VonRedaktion

Familienrabatt

Der Familienrabatt wird in der Regel von Seiten der Versicherungsgesellschaften für Sachversicherungen gewährt. Zu den Grundvoraussetzungen gehört meist, dass wenigstens ein Kind unter 14 bis 16 Jahren (Altersgrenze variiert zwischen den Gesellschaften) im Haushalt der versicherten Person lebt. Dabei spielt es meist keine Rolle, ob es sich um das leibliche Kind oder beispielsweise um ein Adoptiv- sowie Pflegekind handelt. Ebenfalls anerkannt werden auch Stiefkinder als Grund für den Familienrabatt.

In der Zahnzusatzversicherung existiert der Familienrabatt allerdings nicht. Hier werden biometrische Risiken gedeckt, weshalb für jede versicherte Person allgemein ein eigenständiger Vertrag abzuschließen ist. Beitragsrabatte lassen sich allerdings auf anderen Wegen realisieren. Dazu gehört beispielsweise die Beschränkung der Leistungen – etwa ausschließlich auf Ansprüche aus Zahnersatzleistungen. Alternativ kann ein Versicherungsnehmer auch zu Selbstbehalten greifen, die zwar ein gewisses Kostenrisiko beinhalten, meist aber niedrige Jahresbeiträge umfassen.