Kategorien-Archiv M

VonRedaktion

Materialkosten

Im Rahmen einer Zahnbehandlung bzw. bei der Versorgung mit Zahnersatz fallen neben den zahnärztlichen Behandlungskosten auch Materialkosten an. Dabei handelt es sich beispielsweise um
  • Nahtmaterial,
  • Aufbissmaterial,
  • Anästhetika,
  • Glasfaserstifte
und ähnliche Fertig- oder Verbrauchsmaterialien. Die Abrechnung dieses Materialverbrauchs kann im Rahmen einer Zahnbehandlung auf verschiedenen Wegen erfolgen. Lässt sich ein Patient aus der gesetzlichen Krankenversicherung streng im Rahmen der Regelversorgung behandeln, hat der Behandler allgemein keine Möglichkeit, Materialkosten über den Patienten zu liquidieren.

Anders sieht die Situation aus, wenn sich Patienten für eine andersartige oder höherwertige Versorgung entscheiden. Hier kann der Zahnarzt durchaus Materialkosten liquidieren, ist in diesem Zusammenhang aber an die Vorgaben der Gebührenordnung für Zahnärzte gebunden. Letztere sieht beispielsweise nach § 4 Abs. 3 GOZ vor, dass Gebühren für Zahnbehandlungen

  • Praxiskosten,
  • Sprechstundenbedarf,
  • Füllungsmaterial und
  • Instrumentenanwendungen
abdecken. Darüber hinaus sind Materialkosten nur selbständig abrechnungsfähig, wenn dies in der GOZ über eigene Gebührenposten vorgesehen ist. Eine Erweiterung gilt hinsichtlich der Inanspruchnahme zahntechnischer Leistungen. Materialkosten können in diesem Zusammenhang aber nur abgerechnet werden, wenn diese nicht nach der GOZ bereits abgegolten sind.

Wichtig: In Zusammenhang mit § 9 GOZ muss der Behandler – sobald die Kostensumme 1.000 Euro übersteigt – einen Kostenvoranschlag anfertigen.

Hinsichtlich der Kostenerstattung übernimmt die Zahnzusatzversicherung allgemein auch die entstandenen und liquidierten Materialkosten – sofern deren Abrechnung in der Gebührenordnung verankert ist. Allerdings besteht die Gefahr, dass abweichende Vereinbarungen zur Vergütung diese Erstattungsfähigkeit unterlaufen. Patienten sind daher aufgerufen, vom Zahnarzt angeregte Behandlungsvereinbarungen sehr genau zu prüfen.

VonRedaktion

Mundspülung

Als Mundspülung wird heute ein breites Spektrum verschiedener flüssiger Zahnpflegeprodukte bezeichnet, die in verdünnter oder unverdünnter Form angewendet werden. Neben dem kosmetischen Effekt eines frischen Atems erreichen Mundspüllösungen durch die Verwendung bestimmter Inhaltsstoffe auch medizinische Wirksamkeit. Die Entwicklung der Mundspülungen geht ins 19. Jahrhundert zurück und ist eng mit dem Namen Karl August Lingner verbunden.

Der Begriff Mundspülung ist in seiner verbreiteten Nutzung eigentlich ungenau, da er verschiedene Produktgruppen zusammenfasst. In den letzten Jahren deutlich an Bedeutung haben die medizinischen Mundwässer gewonnen. Dahinter verbirgt sich eine Mixtur, die Wirkstoffe wie

  • Chlorhexidin,
  • Cetylpyridiniumchlorid oder
  • Fluoride
enthält. Zugesetzt werden darüber hinaus auch Inhaltsstoffe wie Ethanol, Wasser oder Aromastoffe. Im Mittelpunkt steht an dieser Stelle die vorbeugende Wirkung gegen Erkrankungen des Zahnfleischs oder eine Parodontitis sowie die Reduzierung der Keimzahl. Durch zugesetzte Mineralstoffe soll die Mundspülung Demineralisationseffekten entgegenwirken.

Anders als die Zahnbürste, welche in der Regel nur die Zahnreihe erreicht, kann die Mundspülung auch in anderen Bereichen des Mund- und Rachenraums wirken. Speziell im Zusammenhang mit der antibakteriellen Wirkung ist dieses breite Wirkungsspektrum von Vorteil. Dennoch erreicht die Mundspülung allein in der Zahnreinigung nicht den Effekt der Zahnbürste. Vielmehr handelt es sich an dieser Stelle um eine unterstützende Maßnahme.