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Professionelle Zahnreinigung

Als Professionelle Zahnreinigung werden Maßnahmen in der Prophylaxe zusammengefasst. Konkret steht hier vor allem die Entfernung der harten Beläge (Zahnstein) im Vordergrund, da diese selbst im Zuge einer mechanischen Zahnreinigung mit Zahnpflege-Utensilien wie Zahnbürste und Zahnpasta nicht mehr entfernt werden. Hintergrund: Innerhalb kurzer Zeiträume entstehen auf dem Zahnschmelz weiche Beläge, die nach wenigen Tagen mineralisieren.

Letztere enthalten Vergesellschaftungen verschiedener Mikroorganismen, die den Zahn auf Dauer schädigen und zu Karies, Parodontitis oder Zahnfleischentzündungen führen. Zahnärzte entfernen diese harten Beläge mithilfe verschiedener Instrumente (zum Beispiel Scaler oder Ultraschall). Im Anschluss an die Belagentfernung wird eine Glättung der Zahnoberfläche durchgeführt. Dieser Schritt soll die Wiederansiedlung der Biofilme erschweren. Zusätzlich sorgt eine Fluoridierung für Unterstützung bei der Remineralisierung der Zahnhartsubstanz.

Bezüglich der Abrechnung handelt es sich bei der PZR allgemein um eine Privatleistung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht als Pflichtleistung ersetzt wird (Tipp: Lesen Sie unseren Artikel zum Thema: Was leistet die gesetzliche Krankenversicherung). Allerdings bezuschussen einige Kassen die Zahnreinigung. Ähnlich die Situation im Rahmen privater Krankenvollversicherungen. Hier ist nur ein Teil der Versicherer bereit, die Kosten zu tragen. In den Tarifen zur Zahnzusatzversicherung gelten oft Jahressummengrenzen für die PZR. Deren Höhe kann von Versicherer zu Versicherer variieren. Patienten müssen mit Kosten zwischen 100 Euro bis 150 Euro rechnen.

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Pulpitis

ICD-10 Codierung: Pulpitis (K04.0)

Die Pulpitis oder Zahnnerventzündung ist einer Erkrankung, die Patienten vordergründig durch den entstehenden Schmerz wahrnehmen. Durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst, kann eine Pulpitis den Zahnnerv soweit schädigen, dass es zum Untergang des Gewebes kommt. Es bildet sich eine Nekrose bzw. im weiteren Verlauf ist auch die Mikroabszessentstehung möglich. Auslöser der Zahnnerventzündung können verschiedene Ursachen sein, wie

1. thermische Reizungen (etwa bei Behandlungsfehlern wie nicht ausreichende Kühlung),
2. chemische Reizungen,
3. mechanische Reize (z.B. nach einer Zahnbehandlung) und
4. eindringende Bakterien.

Beginn der Pulpitis

Dabei beginnt die Entzündung oft lokal als partielle Pulpitis. Von hier aus kann sich die Entzündungsreaktion über das Pulpencavum ausbreiten und nach einiger Zeit die Wurzelspitze erreichen. Im Hinblick auf den Verlauf der Pulpitis lassen sich mehrere Schritte erkennen. Dazu gehört unter anderem die Reizdentinbildung.

Als Reaktion auf eindringende Keime oder andere Reizungen kommt es auch zu einer höheren Durchblutung des betroffenen Areals. Allerdings setzt die starre Zahnanatomie den Blutgefäßreaktionen Grenzen. Aufgrund der höheren Durchblutung steigt letztlich der Druck auf den Zahnnerv. In Kombination mit dem Einströmen weißer Blutkörperchen kommt es zur zunehmenden Schädigung des Zahnnervs und Eiterbildung – es entwickelt sich die Pulpitis purulenta.

Bis zu einem gewissen Grad ist die Pulpitis reversibel – die Schäden sind wieder umkehrbar und ein Ausheilen der Entzündung möglich. Schreitet die Entzündung fort, geht sie in das irreversible Stadium über. Ab diesem Punkt sind die Folgen nicht mehr umkehrbar. Die Behandlung durch den Zahnarzt umfasst dann in der Regel eine Wurzelkanalbehandlung. Sind Läsionen durch Karies als Auslöser erkennbar, sind diese ebenfalls zu behandeln. Sofern die Entzündung sehr weit fortgeschritten ist und ein Übergreifen auf den Knochen droht, muss der Behandler in der Regel den erkrankten Zahn vollständig entfernen.

Hinweis: Eine Pulpitis kann nicht nur den Weg vom Dentin in Richtung Pulpencavum und zur Wurzelspitze nehmen. Die retrograde Pulpitis tritt oft als Folge einer manifesten Parodontitis auf und entwickelt aus der Tiefe des Zahns heraus.
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Prämie

Der Begriff Prämie wird im Versicherungsrecht gleichbedeutend mit der Bezeichnung Versicherungsbeitrag benutzt. Es handelt sich dabei letztlich also um das Entgelt, welches der Versicherungsnehmer dem Versicherer zu überweisen hat. Dieser gewährt wiederum bei laufender Prämienzahlung den vertraglich vereinbarten Versicherungsschutz.

Entsprechend dieser Definition wird ersichtlich, welche Bedeutung die Prämienzahlung hat. Neben Informationspflicht bzw. Änderungsmitteilungs-Obliegenheit gehört die Zahlung der Prämie zu den Kernpflichten der Versicherten.

Versäumnisse oder Umstände, die zu Zahlungsausfällen führen, können erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Handelt es sich um die Erstprämie, verschiebt sich nicht nur der Versicherungsbeginn, der Versicherer ist an dieser Stelle auch zum Rücktritt berechtigt. Beim Zahlungsverzug der Folgeprämie bleibt die Zahnzusatzversicherung unter Umständen leistungsfrei bzw. kann im weiteren Verlauf den Versicherungsvertrag – nach Fristsetzung und einer Belehrung über die Folgen des Verzugs – den Vertrag auflösen.

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Plaque

ICD-10 Codierung: Auflagerungen (Beläge) auf den Zähnen (K03.6)

Plaque oder Zahnbelag bildet sich im Mund auch bei Einhaltung aller Pflegehinweise zur Erhaltung der Zahngesundheit. Als Auflagerung auf der Zahnsubstanz lässt sich Plaque in einigen Stadien problemlos mit einfachen Hilfsmitteln entfernen. Kommt es zur Mineralisierung des Belags, bildet sich Zahnstein, für dessen Entfernung in aller Regel nur Zahnärzten passende Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Problematisch ist die Bildung von Plaque vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Beläge Mikroorganismen wie Streptococcus mutans eine Lebensgrundlage bieten können. In der Folge können sich Karies oder eine Zahnfleischentzündung entwickeln.

Zur Entstehung von Plaque kommt es durch einen mehrphasigen Prozess, welcher sich in der Zusammensetzung des Zahnbelags widerspiegelt. Plaque besteht aus

  • Eiweiß-/Kohlenhydratverbindungen,
  • Mikroorganismen (Biogemeinschaften wechselnder Zusammensetzung) und
  • Mineralisierungen.
Dabei beginnt die Bildung von Plaque mit der Anlagerung eines dünnen Eiweißfilms. Letzterer lässt sich ohne Hilfsmittel nur durch Abspülen wieder entfernen. Dieser Eiweißbelag ist letztlich aber die Grundlage für eine Ansiedlung von Mikroorganismen. Letztere kommen teilweise aus der gesunden Mundflora, die aus verschiedenen Bakterien und einigen Pilzarten besteht.

Im Fall von Streptococcus mutans treten Bakterien hinzu, die eine schädigende Wirkung entfalten können. Diese Mikroorganismen haben Möglichkeiten zur Bindung an den Zahnbelag entwickelt, die ein Wegspülen in den Magen verhindern. Je nach Umfeld und Rahmenbedingungen bildet sich – sofern der Prozess störungsfrei verläuft – eine Biogemeinschaft aus, die einen Biofilm entwickelt und diesen symbiotisch nutzt.

In den letzten Jahren hat die Forschung beispielsweise entdeckt, dass sich die Mikroorganismen gegenseitig mit Produkten aus dem Stoffwechsel versorgen und ein Reservoir aus Kohlenhydratverbindungen anlegen. Solche komplexen Vergemeinschaftungen bilden sich allerdings nur dann heraus, wenn der Biofilm über einen Zeitraum von mehreren Tagen nicht beeinflusst wird.

Wieso ist Plaque so schlecht?

Problematisch ist die Plaquebildung aus mehreren Gründen. Auf der einen Seite führt die Anwesenheit von Bakterien wie Streptococcus mutans zur Schädigung der Zahnsubstanz, es entwickelt sich im weiteren Verlauf das bekannte Krankheitsbild der Zahnkaries. Andererseits begünstigt der Zahnbelag Erkrankungen wie die Gingivitis oder eine Parodontitis, was bis zu Schädigungen des Zahnhalteapparats führen kann. Besonders gravierend können die Folgen sein, wenn der Biofilm in die Tiefe der Zahntaschen vordringt.

Plaque lässt sich – solange keine Mineralisation eingesetzt hat – mit einfachen Mitteln wie Zahnbürste und Zahnpasta entfernen. Sobald Zahnstein entsteht, hilft nur der Zahnarzt durch die Zahnsteinentfernung bzw. eine professionelle Zahnreinigung (PZR) weiter. Letztere ist eine Leistung, welche in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen, seitens einiger Kassen aber als Zusatzleistung erbracht wird. Eine Zahnsteinentfernung gehört zur Individualprophylaxe und kann einmal je Jahr erstattet werden (BEMA-Nr. 107; Entfernen harter Zahnbeläge). In vielen Tarifen der Zahnzusatzversicherung ist für die PZR eine Erstattung – oft als Jahrespauschale – vorgesehen.

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Parodontitis

ICD-10 Klassifikation: Akute Parodontitis (K05.2) und Chronische Parodontitis (K05.3)

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleischs, bei der es zu schweren Gewebsdefekten mit Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat kommen kann. Umgangssprachlich oft auch als Parodontose bezeichnet, unterscheidet die Zahnmedizin eine akut verlaufende Erkrankung sowie die chronische Parodontitis.

Darüber hinaus erfolgt eine Unterscheidung aufgrund des Ausgangspunkts der Erkrankung. Die apikale Parodontitis beginnt im Bereich der Zahnwurzel und breitet sich von hier aus. Für Patienten offensichtlicher ist eine andere Verlaufsform – die marginale Parodontitis. Diese beginnt in aller Regel am Zahnfleischsaum und schreitet von hier aus in Richtung Zahnwurzel bzw. zum Zahnfach hin fort.

Ursachen der Parodontitis

Auslöser dieser Parodontitisform sind Zahnbeläge (Plaque), in denen sich charakteristische Keime nachweisen lassen. Letztere setzen durch ihre Anwesenheit bzw. spezifische Stoffwechselprodukte eine Immunreaktion in Gang, welche nicht nur zur Abwehr der Bakterien führt, sondern die Gewebezerstörung nach sich zieht. Anders als im Fall einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) sind bei einer Parodontitis Schädigungen der Knochensubstanz nachweisbar.

Zu den sogenannten Markerkeimen gehören unter anderem

  • Aggregatibacter actinomycetemcomitans,
  • Porphyromonas gingivalis oder
  • Prevotella intermedia.
Parallel hat die Zahnmedizin in der Vergangenheit verschiedene Risikofaktoren identifiziert, welche den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Neben einer unzureichenden Mundhygiene gehören dazu das Tabakrauchen, Diabetes mellitus oder das Vorliegen von Bruxismus.

Symptome/Anzeichen der Parodontitis

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Erkrankung, die von Betroffenen gerade in den Anfangsstadien eher selten wahrgenommen wird, da sie hier meist schmerzfrei verläuft. Das Phänomen der Zahnlockerung tritt erst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auf. Ursächlich für die Gewebeveränderungen sind Toxine der beteiligten Bakterien, deren Anwesenheit die Einwanderung von Abwehrzellen in Gang setzen. Sowohl die Toxine der Mikroorganismen als auch die Abbauprodukte der Immunabwehrzellen reizen das Gewebe. Die Folge ist eine Aktivierung von körpereigenen Zellen, welche mit dem Gewebeumbau beginnen.

Sichtbare Anzeichen für das Vorliegen einer Parodontitis sind unter anderem

1. Zahnfleischbluten,
2. Rötungen des Zahnfleischsaums,
3. Eiterbildung,
4. Zahnfleischrückgang und
5. Zahnlockerung.

Um die Erkrankung sicher nachweisen zu können, ist eine Untersuchung durch den Zahnarzt notwendig. Dieser kann eine Parodontitis von der Zahnfleischentzündung durch bildgebende Verfahren unterscheiden, die den Knochenumbau sichtbar machen.

Behandlung der Parodontitis

Hinsichtlich der Behandlung stehen dem Zahnarzt verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, deren Anwendung sich nach dem individuellen Krankheitsgeschehen richtet. Der erste Schritt einer Parodontitisbehandlung besteht allgemein in einer gründlichen Entfernung der Beläge. Diese werden bis in Bereiche unter den Zahnfleischrand abgearbeitet – oft mechanisch über Küretten oder mit schallbetriebenen Instrumenten. Nach einer mehrwöchigen Heilungsphase wird das Ergebnis erneut untersucht.

Zeigt sich an dieser Stelle, dass sehr tiefe Zahnfleischtaschen vorliegen und diese nicht auf eine konventionelle Therapie ansprechen, kann der Zahnarzt die Parodontitis chirurgisch behandeln. Dazu wird das betroffene Areal eröffnet und es findet eine wiederholte Entfernung der Plaque statt. Ist ein erheblicher Knochenverlust erkennbar, kann der Behandler an diesem Punkt mit Knochenaufbaumaterialien arbeiten.

Liegt eine besonders aggressive Form der Parodontitis vor, muss der Zahnarzt mitunter zu ausgesuchten Therapiemaßnahmen greifen – wie einer Desinfektion des gesamten Mundraums und dem Einsatz von Antibiotika. Da die unterschiedlichen Keimvergesellschaftungen verschiedene Behandlungsmaßnahmen erfordern, wird der Arzt im Vorfeld eine Keimbestimmung durchführen.

Ein Aspekt, der für jeden Bereich der Parodontitisbehandlung gilt, ist die Hygieneschulung. Deren Augenmerk liegt auf einer Vermeidung der Plaqueneubildung, welche wesentlichen Anteil an der Entwicklung einer Parodontitis hat. Im Rahmen einer Verbesserung der Mundhygiene spielt auch die professionelle Zahnreinigung eine Rolle.

Tipp: Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgeber „10 Ernährungstipps für schöne UND gesunde Zähne„. Grundsätzlich sieht die Prognose einer behandelten Parodontitis gut aus. Aus Sicht des Patienten erfordert sie aber auch nach Abschluss der Therapie eine erhöhte Aufmerksamkeit, da Rezidive durchaus auftreten können. Wird die Behandlung unterlassen, zieht die Parodontitis nicht nur den Zahnverlust nach sich. Die Medizin hat in der Vergangenheit Zusammenhänge zwischen verschiedenen Erkrankungen und einer verdeckten Parodontitis erkannt.

Im Hinblick auf die Übernahme der Leistungen aus der Parodontitisbehandlung ist der Schutz in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeschränkt, es werden nicht alle Behandlungsmaßnahmen übernommen. Diese Lücke lässt sich zwar durch eine Zahnzusatzversicherung schließen, allerdings sind Therapiemaßnahmen nicht pauschal erstattungsfähig. In einigen Zahnzusatzversicherungstarifen gilt die Parodontitisbehandlung als Leistungsausschluss. Gerade im Premiumsegment wird die Behandlung aber oft durch die Versicherung getragen.