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Donnerstag, den 29. Juni 2017

Entscheidungshilfen für die Zahnzusatzversicherung

Entscheidungshilfen für die ZahnzusatzversicherungAls Kassenpatient macht sich bei jedem Zahnarztbesuch ein mehr oder minder unangenehmes Gefühl in der Magengegend breit. Es ist nicht immer die Angst vor dem Bohrer. Wer als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung einen Zahnersatz braucht, muss schnell tief in die eigene Tasche greifen. Da die Krankenkassen hier nach dem befundorientierten Festzuschusssystem arbeiten und maximal 65 Prozent der Kosten (bei lückenloser Vorsorge) übernehmen, bedeutet der Zahnarztbesuch ein hohes finanzielles Risiko.

Kein Wunder, dass die jährlichen Statistiken der privaten Versicherungsunternehmen inzwischen einen Bestand bei den Zahnzusatztarifen von 13,8 Millionen Verträgen aufweisen. Der Vorteil privater Zahnzusatzversicherungen liegt auf der Hand - Ihre finanzielle Verantwortung als Patient schrumpft. Damit die Versicherung den Ansprüchen und Erwartungen gerecht werden kann, müssen Sie sich für den richtigen Tarif entscheiden.

Zahnzusatztarife - Was muss drin sein?

Im Bereich der Zahnzusatzversicherung werden inzwischen unzählige Tarife angeboten. Mit jedem neuen Produkt geht ein Stück Übersichtlichkeit und Transparenz verloren. Um trotzdem eine Entscheidung treffen zu können, die Sie später nicht bereuen, haben wir einige Punkte als Entscheidungshilfe zusammengefasst.

Entscheidungshilfe Nr. 1: Setzen Sie Prioritäten.
Grundsätzlich können Sie jede erdenkliche Leistung versichern lassen - wenn Sie den hohen Beitrag zahlen können und wollen. Um am Ende nicht in die Falle der Überversicherung zu laufen, ist das Setzen von Prioritäten sinnvoll. Zahnreinigung, Bleeching und Co. sorgen vielleicht für eine angenehme Optik beim Lächeln, bei der Zahngesundheit spielen sie aber eine eher untergeordnete Rolle. Zahnerhaltung, Zahnersatz und Kieferorthopädie sind dagegen umso wichtiger - und gehören unbedingt in den Vertrag.

Entscheidungshilfe Nr. 2: Behalten Sie Leistungsstaffeln und Wartezeiten im Auge.
Versicherer arbeiten in der Zahnzusatzversicherung mit einer Wartezeit (auch als Karenzzeit bezeichnet; kann je nach Behandlungsbereich unterschiedlich ausfallen), in denen Sie keinen Anspruch auf Leistungen geltend machen können. Eine Leistungsstaffel fällt in ihren Folgen zwar nicht ganz so dramatisch aus, da es sich hier nur um eine Deckelung der Leistungen handelt (in den ersten Versicherungsjahren erstatten die Gesellschaften Kosten nur in begrenzter Höhe). Im Ernstfall müssen Sie aber damit rechnen, dass Ihnen durch beides zusätzliche Kosten entstehen.

Entscheidungshilfe Nr. 3: Gesundheitsfragen werden schnell zur Stolperfalle.
Generell tauchen im Bereich der privaten Gesundheitsfürsorge Fragen zum Gesundheitszustand des Antragstellers auf. Diese können unter Umständen zum Boomerang werden - etwa wenn Sie aus Unwissenheit einen Arztbesuch nicht erwähnt haben. Prüft der Versicherer im Leistungsfall die Fakten, kann er deswegen vom Vertrag zurücktreten und bleibt leistungsfrei. Speziell offene Fragen (Gesundheitsfragen, die sehr allgemein gehalten und Auslegungssache sind) gelten vor diesem Hintergrund als problematisch. Aus Kundensicht optimaler sind geschlossene Fragestellungen.

Entscheidungshilfe Nr. 4: Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung kieferorthopädischer Maßnahmen.
Gerade wenn Zahnersatz nötig wird, ist guter Rat teuer. Seitens der Krankenkassen werden oft nur Brücken als Leistung anerkannt, aber nicht die häufig nötigen Implantate. Viele Patienten unterschätzen den kieferorthopädischen Aufwand hinter der Vorbereitung des Knochens auf das Implantat. Angesichts drei- bis vierstelliger Summen macht sich dann Überraschung breit. Denken Sie daher bei der Zahnzusatzversicherung an die Absicherung der Kieferorthopädie bzw. halten nach Tarifen Ausschau, in denen diese nicht zu kurz kommt.

Entscheidungshilfe Nr. 5: Was, wenn die Krankenkasse nicht zahlt?
Nicht alle Leistungen, die Sie beim Zahnarzt als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen können, sind durch den Leistungskatalog der GKV gedeckt. In diversen Zahnzusatztarifen sind diese Vorleistung aber Bedingung, um den vollen Erstattungssatz in Anspruch nehmen zu können. Zu prüfen, wie hoch der Abschlag ist bzw. ob der Versicherer für diesen Fall überhaupt eine Leistung vorsieht, rechnet sich.


Ihre Zahngesundheit - Worauf müssen Sie achten?

Grundsätzlich können Sie Ihre Zahngesundheit auf unterschiedlich hohem Niveau versichern. Was muss in den Tarifen aber unbedingt enthalten sein? Und an welcher Stelle ist bei der Auswahl besondere Aufmerksamkeit gefragt?



  • Zahntariftipp Nr. 1: Fehlen Ihnen bereits Zähne?
    Wichtig sollte Ihnen der Umgang des Versicherers mit bereits fehlenden und nicht ersetzen Zähnen sein. Einige Gesellschaften drücken hier ein Auge zu und gehen sogar soweit, dass ein oder zwei fehlende Zähne ohne Aufpreis mitversichert sein können. Andere Unternehmen verlangen pro Zahn einen Beitragszuschlag. Eines muss aber klar sein: Ab einer gewissen Anzahl ist bei allen Versicherern Schluss - Sie sind dann nicht mehr versicherbar.
     
  • Zahntariftipp Nr. 2: Machen Sie sich mit der GOZ vertraut
    Da beim Zahnarzt gerade im Bereich Zahnersatz Kassen- und privatärztliche Leistungen Hand in Hand gehen können, müssen Sie sich mit den Gepflogenheiten der unterschiedlichen Abrechnungspraxis auseinandersetzen. In der GOZ (Gebührenordnung der Zahnärzte) sind Steigerungssätze für besonders komplizierte Behandlungen vorgesehen, die bis zum 3,5-fachen Gebührensatz reichen. Gehen Sie sicher, dass Ihre Zahnzusatzversicherung diese höheren Gebührensätze auch wirklich deckt.

  • Zahntariftipp Nr. 3: Behalten Sie feste Erstattungsgrenzen im Auge
    Im Rahmen einer Zahnzusatzversicherung können Sie Leistungen wie die Zahnreinigung oder Prophylaxe mitversichern. Für diese Leistungen sind sehr häufig Zuschussgrenzen vorgesehen. Achten Sie darauf, dass die Erstattungsobergrenze ausreichend hoch bemessen ist und Sie am Ende nicht doch wieder in die eigene Tasche greifen müssen.

  • Zahntariftipp Nr. 4: Schauen Sie in Ihr Bonusheft
    Mit einer Zahnzusatzversicherung dürfen Sie sich entspannt zurücklehnen - speziell bei hohen Erstattungssätzen. Falsch, in einigen Tarifen wird die Höhe der Erstattung - zum Beispiel für den Zahnersatz - vom Vorliegen der lückenlosen Prophylaxe abhängig gemacht. Wer als Patient hier passen muss und Lücken im Bonusheft findet, sollte mit einem hohen Eigenanteil rechnen. Vermindert sich die Erstattung etwa um zehn Prozent, kann dies bei Behandlungskosten von 3.000 Euro bereits eine Differenz von 300 Euro bedeuten.

  • Zahntariftipp Nr. 5: Die Erstattungshöhe sinnvoll wählen
    Umfassend absichern, aber nur einen niedrigen Beitrag zahlen - sicher seitens vieler Haushalte wünschenswert. Zahnzusatzversicherungen ermöglichen zwar eine erhebliche Erstattungshöhe von bis zu 100 Prozent, allerdings steigt mit der Leistungsdichte auch der Beitrag. Rechnen Sie vor dem Abschluss durch, ob sich diese sehr hochwertigen Tarife wirklich rechnen (Tipp: Sehen Sie sich unsere Erstattungsbeispiele bei der Zahnzusatzversicherung an). Es kann durchaus passieren, dass auf lange Sicht ein niedriger Erstattungsprozentsatz finanziell gesehen mehr Vorteile mit sich bringt.

  • Zahntariftipp Nr. 6: Lesen Sie immer das Kleingedruckte
    Leider nehmen es viele Haushalte mit seitenlangen Vertragstexten und Geschäftsbedingungen nicht so genau. Knicken, lochen, abheften - agieren Sie nach dieser Devise bei der Zahnzusatzversicherung, ist Ärger nicht weit. Das Versicherungsverhältnis ruht auf den Versicherungs- und Tarifbedingungen. Nehmen Sie sich Zeit für deren Studium, um eventuelle Stolperfallen und Fallstricke im Kleingedruckten zu erkennen. Denn nicht alles steht in bunten Produkt-Flyern. 
     

Fazit: Eine Zahnzusatzversicherung kann für das Portemonnaie eine erhebliche Entlastung bedeuten. Als Verbraucher müssen Sie sich für die Auswahl des passenden Tarifs aber Zeit nehmen und sollten nicht vorschnell entscheiden. Abseits der vielen kleinen und großen Details gilt eine Grundregel aber immer: Je früher Sie sich für den Zahnzusatztarif entscheiden, umso günstiger wird mit aller Wahrscheinlichkeit Ihr Einstiegsbeitrag sein. Nutzen Sie unseren Zahnzusatzversicherung Vergleich und machen den Test, was eine gute Zahnzusatzversicherung für Ihre Zahngesundheit tun kann.


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