Zahnzusatz ohne Gesundheitsfragen

Das Wichtigste zuerst:

Wer eine Zahnzusatzversicherung mit Gesundheitsfragen abschliesst und diese absichtlich falsch beantwortet, risikiert seinen Versicherungsschutz! Stellt sich heraus, dass der Kunde bereits vor Abschluß der Zahnzusatzversicherung Probleme mit den Zähnen hatte, ist die Versicherung nicht verpflichtet die Kosten für Behandlungen zu tragen. Der Patient bleibt auf den Kosten der Behandlung und der Kosten für die Zahnversicherung sitzen!

Eine wachsende Zahl von Verbrauchern geht mit dem Thema Gesundheit bewusster um. Zählen Sie sich zu dieser Personengruppe? Gesunde Zähne werden heute nicht mehr nur mit dem strahlenden Lächeln in Verbindung gebracht. In den letzten Jahren hat die Medizin erkannt, dass unsere Zahngesundheit direkt im Zusammenhang mit dem allgemeinen Wohlbefinden steht.

Kassenpatienten müssen beim Zahnarzt leider überrascht feststellen, dass die Leistungen der Kasse und der eigene Anspruch an die Behandlung sich häufig nicht decken. Beispiel:

Im Frontzahnbereich haben sich Komposit- und Kunststofffüllungen durchgesetzt. Im Seitenzahnbereich ist die Füllung mit Amalgam nach wie vor Standard. In den letzten Jahren ist die Zahl privater Zahnzusatzversicherungen deutlich gestiegen.

Zahnzusatzversicherung beugt Kostenrisiko vor

Laut Jahresbericht des PKV-Verbands lag die Zahl der Zahntarife im Jahr 2014 bei mehr als 14,4 Millionen. Im Vorjahr betrug deren Zahl noch 14,1 Millionen Verträge. Die Zahnzusatzversicherung gilt als Möglichkeit, dem drohenden Kostenrisiko einen Riegel vorzuschieben.

Dass es beim Zahnarzt zu Überraschungen kommt, zeigen unsere eigenen Erfahrungen. In einer Umfrage haben wir Verbraucher gefragt, ob sie für eine Zahnbehandlung bereits einen Kredit aufnehmen mussten. Die Überraschung: Mehr als ein Viertel unserer Umfrageteilnehmer antwortete mit „JA“.


Gerade beim Thema Zahnersatz – aber auch im Bereich der Vorsorgeleistungen – macht sich die Zusatzversicherung bezahlt. Warum? Seit einigen Jahren gilt beim Zahnarzt die Regel, dass die Krankenkasse nicht mehr alle Kosten für Zahnersatz übernimmt. Basis der Regelversorgung ist der befundbezogene Festzuschuss.

Festzuschuss – beim Zahnarzt besonders teuer

Was bedeutet dies in der Praxis? Angenommen, Zahnschmerzen treiben Sie zum Zahnarzt. Hier wird eine schwere Schädigung des Zahnnervs festgestellt, der Zahn muss gezogen werden. Als mögliche Versorgung bieten sich Brücke und Implantat an. Die GKV sieht allgemein eine Zahnbrücke vor. Je nach Diagnose sind die Behandlungsmaßnahmen genau vorgegeben. Als Patient erhalten Sie – je nach Vorsorgestatus – zwischen 50 Prozent bis 65 Prozent der Behandlungskosten als Kassenzuschuss.

Die restlichen Kosten gehen zulasten der Haushaltskasse. Die Zahnzusatzversicherung setzt genau an diesem Punkt an. Aber: Seitens der Versicherer werden Antragsteller – so unsere Erfahrungen – sehr genau unter die Lupe genommen.

Die Anträge enthalten daher mehr oder minder detaillierte Gesundheitsfragen. Letztere sind allgemein nicht so umfassend wie für eine Krankenvollversicherung oder ambulante Tarife. Allgemein geht es hier um die Erhebung des Zahnstatus. Speziell im Zusammenhang mit fehlenden Zähnen ohne Lückenschluss oder bei laufender Behandlung werden die Gesundheitsfragen aber zur Herausforderung. Existieren am Markt Alternativen?

Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen – die Fakten

Ja, wie unser Vergleich deutlich macht, existieren Zahntarife, in denen auf die Gesundheitsfragen verzichtet wird. Erfahrungsgemäß ist die Tarifvielfalt hier nicht nur kleiner als im Vergleich mit den „klassischen“ Zahnzusatzversicherungen, die eine Gesundheitsprüfung beinhalten.

Die Leistungen der Tarife ohne Gesundheitsfragen fallen in aller Regel „übersichtlicher“ aus. Im Vergleich zeigt sich, dass die Grundschutztarife beispielsweise keine Kostenerstattung über die Regelversorgung hinaus beinhalten – es ist maximal deren Verdopplung vorgesehen. Selbst in den Mittelklasse- und Komfortschutzoptionen muss man als Versicherungsnehmer gewisse Abstriche hinnehmen.

Parallel wird an diesem Punkt auch im Bereich der Vorsorge gespart. Es fehlen die in vielen Tarifen mit Gesundheitsprüfung gängigen Erstattungen für Zahnreinigung und Co. Als Versicherungsnehmer muss man sich an diesem Punkt einer weiteren Tatsache bewusst sein: Die Versicherer schließen Leistungen für:

  1. fehlende Zähne
  2. keinen kompletten Lückenschluss
  3. begonnene Behandlungen

aus.

Wichtig:

Ein Verzicht des Versicherers auf die Gesundheitsprüfung ist an dieser Stelle nicht automatisch mit einem Entfallen von Wartezeiten oder der Zahnstaffel gleichzusetzen. Beide sind in Tarifen in unserem Vergleich enthalten. Als Interessent an einer Zahnzusatzversicherung muss Ihnen dies klar sein. Ausmaß der Wartezeit sowie die Höhe der Zahnstaffel finden Sie am besten mit einer Beratung durch unsere Experten heraus.

Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen – für wen nicht geeignet

Die Zahnzusatztarife ohne Gesundheitsprüfung suggerieren, dass sich Verbraucher versichern können – um anschließend fehlende Zähne ersetzen zu lassen oder eine teure Behandlung aufzunehmen. Diese Annahme ist schlicht falsch.

Durch den bereits angesprochenen Ausschluss ist klar, wo die Grenzen dieser Zahnzusatzversicherungen liegen. Selbst in den höherwertigen Tarifmodellen sind entsprechende Ausschlüsse zu finden. Beispiel: AVB/KK Teil III Tarif Z1U der R+V Krankenversicherung AG schließt in Ziffer 2.1 Satz 3 bei Vertragsschluss:

  1. fehlende und nicht ersetzte Zähne
  2. angeratene/geplante Zahnersatzmaßnahmen
  3. KFO-Maßnahmen

aus.

Hinweis:

Die Betonung liegt an dieser Stelle auf dem Anraten einer Behandlung. Allgemein liegt der Zeitpunkt hierfür bei der Diagnosestellung. Liegt diese vor dem Vertragsabschluss, besteht in aller Regel kein Versicherungsschutz mehr.

Wollen Sie Ihre Zahngesundheit absichern? Sind Sie sich unsicher, welcher Tarif der privaten Versicherer den optimalen Mix aus Leistung und Beitrag bietet? Unsere Experten beraten Sie kostenlos & unverbindlich – unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Rahmenbedingungen – gern.