Zahnzusatz ohne Wartezeit

Bei vielen Versicherungen gibt es sogennante Wartezeiten, so auch bei der Zahnversicherung. Diese sollen verhindern, dass der Kunde nicht erst eine Zahnzusatzversicherung abschliesst, wenn es schon zu spät ist und eine kostenintensive Behandlung ansteht.

Das Thema Zahnzusatzversicherung ist in den vergangenen Jahren für viele Verbraucher zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Gründe hierfür sind der wachsende Anspruch an die Zahngesundheit sowie die Ästhetik – aber auch die Erkenntnis, im Ernstfall hohe Kosten schultern zu müssen.

Insbesondere bei einer Therapie mit Maßnahmen, welche über die Regelversorgung hinausgehen, als auch im Zusammenhang mit Leistungen aus dem Bereich Zahnersatz ist ein spürbarer Kostendruck entstanden. Diese lastet besonders schwer auf Kassenpatienten. Hintergrund: Hier gilt für den Zahnersatz das befundbezogene Festzuschusssystem. Eine Zahnzusatzversicherung scheint die Lösung. Dabei tauchen jedoch Hindernisse auf, wie die Wartezeit. Gibt es Tarife ohne Wartezeit?

Festzuschuss versus Wunschversorgung bei Zahnbehandlung

Dieses Dilemma wird an vielen Stellen offensichtlich. Beispiel:

Ein junger Erwachsener Mitte 20 muss eine Zahnlücke versorgen lassen. Die Indikation auf Basis der Regelversorgung ist an dieser Stelle allgemein eine Zahnbrücke. Problematisch ist das Vorbereiten der Pfeilerzähne. Im Fall einer späten Komplikation droht deren Verlust. Angemessen kann daher das Zahnimplantat sein. Letzteres kostet, im Vergleich zur Brücke, schnell das Doppelte bis Dreifache.

Die Lösung: Eine Zahnzusatzversicherung

Regelmäßig werden Betroffene in diesem Zusammenhang auf die Zahnzusatzversicherung stoßen. Gefeiert als Mittel gegen überdurchschnittlich hohe Kosten, muss an diesem Punkt aber auch über Details und wichtige Aspekte gesprochen werden, wie die Wartezeit.

Video zur Zahnversicherung

Warum sind gewisse Grundkenntnisse hier so wichtig? Die privaten Zahnzusatzversicherungen basieren auf dem Versicherungsvertragsgesetz. Letzteres legt nicht nur für den Versicherer gewisse Rahmenbedingungen fest. Auch als Versicherungsnehmer muss Ihnen klar sein, welchen Regeln Sie sich mit Ihrer Unterschrift unterwerfen!

Zahnzusatzversicherung plus Wartezeit – die Regeln

Die Wartezeit in den Tarifen beruht auf § 197 Abs. 1 VVG (Versicherungsvertragsgesetz). Für eine Zahnbehandlung ist an dieser Stelle beispielsweise eine achtmonatige Wartezeit vorgesehen. Was bedeutet dies als Patient für Sie in der Praxis?

Das Wichtigste zuerst:

Innerhalb der Wartefrist können Versicherte de facto keine Leistungen aus dem Versicherungsvertrag in Anspruch nehmen. Wie weit diese Aussage tatsächlich geht, zeigt ein beispielhafter Blick in Versicherungsbedingungen. So treffen wir in der Zahnzusatzversicherung beispielsweise auf die Formulierung, dass: „… der Versicherungsschutz nicht vor Ablauf der Wartezeit beginnt …“

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand. Ist innerhalb der Wartezeit eine Behandlung erforderlich, besteht für diese keine Leistungspflicht von Seiten der Versicherung. An dieser Stelle besteht also ein finanzielles Risiko.

Wichtig:

Was viele Patienten nicht wissen, der Behandlungsbeginn im versicherungsrechtlichen Kontext beginnt oft schon vor der ersten Versorgung von Karies oder Zahnlücken. In der Praxis liegt der Versicherungsfall meist bereits mit der Diagnosestellung durch den behandelnden Zahnarzt und dem Anraten einer Therapie vor. Die Wartezeit mit Zahnschmerzen „aussitzen“, wird in diesem Zusammenhang schwierig.

Wartezeit bei Zahnversicherung umgehen – oder Tarife ohne Wartezeit bevorzugen

Das Thema Wartezeit sollte man bei der Zahnzusatzversicherung auf dem Schirm haben. Wie aber mit diesem Zeitraum umgehen? Prinzipiell kann die Wartefrist in vielen Fällen ausgehebelt werden. Die Versicherer verzichten auf die Einhaltung der Frist, wenn sich Antragsteller für eine zahnärztliche Untersuchung entschließen bzw. ein entsprechendes Attest vorgelegt wird.

Darüber hinaus besteht die Wartezeit:

  • für Unfallfolgen, sowie
  • bei bestimmten Maßnahmen wie der Zahnreinigung

meist nicht fort. Zusätzlich bietet sich Ihnen eine weitere Möglichkeit, mit der Wartezeit umzugehen – Tarife, in denen die Versicherer per se auf diese Frist verzichten.

Gibt es diese Verträge tatsächlich? Ja, diese Tarife existieren und zwar nicht nur bei einem oder zwei Versicherern. Allerdings gibt es an diesem Punkt auch ein „Aber“. Hintergrund: Verzichtet ein Versicherer auf die Wartezeit, gibt es meist gewisse Einschränkungen.

Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit – das Wichtigste auf einen Blick

Eine Herausforderung beim Thema Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit besteht darin, sich einen Überblick zu den Besonderheiten der Tarife zu verschaffen. An dieser Stelle sind in der Praxis:

  • Leistungsbeschränkungen in den ersten Jahren,
  • der Teilverzicht auf Wartezeiten, sowie
  • strenge Annahmerichtlinien
als Rahmenbedingung denkbar.
  • Leistungsbeschränkungen in den ersten Jahren: Hierbei handelt es sich um die sogenannte Zahnstaffel. Dabei wird der Leistungsanspruch eines Versicherten in der Höhe für die ersten Jahre beschränkt. Allgemein steigt die Zahnstaffel mit der Zahl der Versicherungsjahre.
  • Teilverzicht auf Wartezeiten: An dieser Stelle ist von Tarifen die Rede, in welchen der Versicherer beispielsweise für Prophylaxe oder Fissurenversiegelung auf die Wartezeit verzichtet. Die verbleibenden Behandlungsarten sind mit der festgelegten Frist belegt.
  • Hürde Vertragsannahme: Die Versicherer prüfen die Anträge mitunter intensiv. Es kann passieren, dass eine Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit keinen Beschränkungen unterliegt. Hier sollte man sich aber auf einen strengen Annahmeprozess gefasst machen.
Wichtig:
Regelmäßig sorgt der Wegfall von Wartezeiten für Verwirrung. Es entsteht mitunter der Eindruck, dass hiervon auch die Zahnstaffel betroffen ist. Dies ist in der Praxis nicht der Fall. Es sollte eher vom Gegenteil ausgegangen werden.
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