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Donnerstag, den 29. Juni 2017

Versicherungslexikon

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Zahnersatz

Zahnersatz ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich in erster Linie mit der Wiederherstellung/Rekonstruktion verloren gegangener Zahnsubstanz befasst. Die Idee, Zähne künstlich zu ersetzen, lässt sich teilweise bis in die Antike zurückverfolgen. Allerdings war dieser frühe Zahnersatz hinsichtlich seiner funktionellen Beschaffenheit eher mangelhaft.

Wirklicher Zahnersatz, der alle Anforderungen erfüllt, steht erst seit einigen Jahrzehnten zur Verfügung. Das Ziel besteht heute nicht mehr allein darin, einen ästhetisch-kosmetischen Effekt zu erreichen. Zahnärzte und Labortechniker arbeiten beim Zahnersatz heute vor allem daran, die Funktion wieder herzustellen.

Einerseits steht daher die Kaufunktion im Mittelpunkt, auf der anderen Seite richtet sich die Aufmerksamkeit der Zahnmedizin auch auf Fragen des Knochensubstanzerhalts sowie einer Erhaltung des gesunden Zahnstatus. Hintergrund: Unbehandelte Zahnlücken bzw. fehlerhafter Zahnersatz können Druckveränderungen zur Folge haben, was sich wiederum auf die Lagebeziehungen der Restzahnsubstanz auswirkt.

Der modernen Zahnheilkunde stehen heute verschiedene Ansatzpunkte für die Umsetzung der Zahnrekonstruktion zur Verfügung. Unterschieden werden

  • festsitzender Zahnersatz,
  • herausnehmbarer Zahnersatz und
  • kombinierter Zahnersatz.

Zum festsitzenden Zahnersatz gehören beispielsweise sogenannte Adhäsivbrücken, die mithilfe eines Kunststoffklebers an Pfeilerzähnen befestigt werden und heute bereits als mehrgliedriger Versorgung für einen Lückenschluss bei mehreren fehlenden Zähnen nebeneinander in Frage kommen. Fester Zahnersatz kann auch durch eine Kombination aus Implantat und Zahnkrone erfolgen.

Das im Kieferknochen verankerte Implantat stellt hier den Träger für den eigentlichen Zahnersatz (die Zahnkrone) dar. Letztere Variante des Zahnersatzes wird seitens der gesetzlichen Krankenversicherung allerdings nur selten getragen.

Teil- oder Vollprothesen kommen als herausnehmbarer Zahnersatz in Frage, wenn bereits ein erheblicher Verlust gesunder Zahnsubstanz stattgefunden hat und ein Lückenschluss durch die Versorgung mit Brücken nicht mehr gegeben ist. Diese Zahnersatzvariante kann mit Implantaten und Teleskopkronen eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich dann um kombinierten Zahnersatz.

Um den Herausforderungen des Alltags und dem Kaudruck gewachsen zu sein, muss jede der genannten Optionen gewisse Anforderungen erfüllen. Neben einem passend ausgeformten Auflager, das den Kaudruck aufnehmen und schmerzfrei auf den Kiefer ableiten kann, müssen die Berührungsflächen zwischen künstlicher Zahnkrone und dem gesunden Gegenstück perfekt ineinandergreifen. Dies setzt nicht nur eine genaue Anfertigung der Abformung voraus, auch der Zahntechniker im Labor muss den Zahnersatz präzise ausarbeiten. Trotzdem kommt es in der Praxis regelmäßig vor, dass beim Zahnersatz Nacharbeiten notwendig sind. Hinsichtlich der Haltbarkeit und Nachteile unterscheiden sich die Zahnersatzformen stark, ausschlaggebend können auch individuelle Rahmenbedingungen (Belastungen durch Kontaktsportarten o.ä.) sein.

Brückenkonstruktionen und Prothesen gehören heute weitgehend zur Regelversorgung der Krankenkassen. Implantate bzw. die aufgebrachten Suprakonstruktionen stellen eine Besonderheit dar und sind nur selten Bestandteil der Leistungen der GKV. Hochwertige Tarife der Zahnzusatzversicherung übernehmen Kosten aus dieser höherwertigen Versorgung. Patienten sind aber angehalten, sich vorab über die Anrechnung der Kassenzuschüsse oder Einschränkungen (Summenobergrenzen) zu informieren.

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